Dienstag, 31. Oktober 2017

Erster Spoiler zu Ingas Roman-Auskopplung

Die Aufregung steigt, in etwa vier Wochen erscheint Ingas Jugendroman!

Ihr habt heute auf Twitter mit über 60% abgestimmt, dass ich einen Auszug daraus veröffentlichen soll, den ich blind aufschlage. Hier ist er, nun ganz frisch, von Seite 134 geklaut. So viel kann ich verraten, es geht in diesem Kapitel um Silvester.

Viel Spaß beim Reinschnuppern, was die fünfzehnjährige Inga so zu erzählen hat!


______________________________________________________

Dennoch. Es stresst mich, dass die hier ist. Ich nicke und nehme Lukas den Plastikbecher ab. Ich trinke einen Schluck und verziehe das Gesicht. »Wuah, was ist das denn für eine Ekelplörre?« 
  »Wodka-Energy. Wenn du es nicht willst, gib es mir wieder. Ich mag das.« 
  Ich reiche ihm den Becher zurück und suche auf dem Küchentisch nach einer vollen Flasche Limo oder Cola zum Nachspülen.
  »Schmeckt ja wie in Brause aufgelöste Gummibärchen!«
Lukas schüttelt den Kopf und zieht mich am Ärmel. »Auf, ins Wohnzimmer. Wir spielen jetzt was!« 
  Ich greife nach der Zitronenlimo und laufe, zusätzlich mit einem neuen Becher und schlechter Laune bewaffnet hinter Lukas her. Im Wohnzimmer riecht es mittlerweile nach Kneipe und es ist kalt. Die Balkontür steht offen, weil ein paar Leute hier drinnen rauchen. Die innere Unruhe wird stärker, am liebsten will ich jetzt flüchten.

Die nächsten zwanzig Minuten sitze ich auf der Sofalehne und verfolge die albernen Antworten und Aufgaben beim Flaschen-drehen. Etwa die Hälfte der Partymeute spielt mit, die andere hat sich über Haus und Garten verteilt. Der mitspielende Teil ist betrunken und sehr albern. Wo sind wir hier? Im Kindergarten? Ich bin mir selbst die totale Spaßbremse, aber alles nervt.
  Ich bin dran und wähle ›Tat‹. Claudio muss mir eine Aufgabe stellen. Er sieht sich im Raum um und überlegt, bis er lacht. »Du musst Gummibärchen anlecken und sie Maike ins Gesicht kleben!«
  Geht klar.

______________________________________________________

Donnerstag, 26. Oktober 2017

Doppel-Lesung Schneepoet und Tulpologie in Wien am 11.11.2017

Tadaa, meine talentierte Autorenfreundin Magret Kindermann und ich werden es tun: wir lesen gemeinsam für euch in Wien!

Worum geht es?

Um die Frage, was Identität ist und wie wir sie uns erhalten können. Im Rahmen dessen lesen wir jeweils aus unseren aktuellen Büchern #Schneepoet und #Tulpologie, da unsere Protagonist*innen sich ebenfalls mit dem Thema Identität auseinandersetzen.

Warum?

Es ist schwer, sich in der heutigen Zeit als Individuum zu behaupten und damit zufrieden zu sein. Wir haben so viele Möglichkeiten der Selbstverwirklichung wie noch nie und auch genauso wenig Anleitung, welcher Weg zu uns passt. Wir möchten gerne mit euch erörtern, was in Zeiten von medialer Überflutung an Idealvorstellungen ein gesundes Selbstbild ausmacht und wie man es erhält.

Wann und Wo?


Am 11.11.2017 um 18:00 Uhr 
in der Buchhandlung 

Books 4 Life 
Skodagasse 17
1080 Wien






Selbstverständlich könnt ihr euch dort unsere Bücher kaufen und oder signieren lassen. Gegen eine Spende von mindestens 3 Euro für armutsbekämpfende Projekte, für die sich die Buchhandlung einsetzt, lesen wir für euch.

Hier geht's zum Event der Buchhandlung:

https://www.facebook.com/events/255132021677523/

wir freuen uns auf euch, macht fleißig Werbung!

Nika Sachs, Schneepoet
Verlag: Twentysix, ISBN 9783740731649

Magret Kindermann, Tulpologie
Verlag: Twentysix, ISBN 9783740732530

Dienstag, 17. Oktober 2017

Frankfurter Buchmesse 2017 // Ein kurzes Nachwort

Kaum hat sie begonnen, ist sie auch schon wieder vorbei: die diesjährige Buchmesse in Frankfurt. Für mich war sie um einiges anstrengender als im letzten Jahr, was in erster Linie daran gelegen hat, dass Julia von Rein-Hrubesch und ich als Herausgeberinnen der Anthologie Sehnsuchtsfluchten am Stand unseres Verlages Twentysix ein Treffen veranstaltet haben. Demnach mussten wir unsere Autorinnen und Autoren zusammentrommeln, Schlafmöglichkeiten und Tagesabläufe für einige davon koordinieren. Im Großen und Ganzen hat das auch ganz gut funktioniert, es war mir für meinen Geschmack nur einfach viel zu voll. Es fällt mir schwer, die vier Tage spektakulär erzählenswert zusammenzufassen, zumal ich dort viel Berufliches zu erledigen hatte und die Messe bezüglich der Diskussion um den politischen Zwischenfall ambivalente Gefühle hinterlässt. Eines möchte ich jedoch ganz klar sagen:

Ich bedanke mich von Herzen bei meinen Kollegen, unseren Lesern und den vielen wundervollen Leuten, die zu einem angenehmen Miteinander beigetragen haben. Hoffentlich wird die nächste Messe wieder entspannter und die politischen Konflikte finden eine konstruktive Lösung. Ich finde, eine Gesellschaft braucht den (literarischen) Diskurs und Bücher; Worte sind Basis sowie Projektionsfläche sozialer Interaktion und Entwicklung. Gerade in Zeiten wie diesen ist Sprache in Schriftform wichtig, denn sie verweilt nachhaltiger als ein flüchtig dahingesagter Satz, der Missverständnisse verursachen kann. Durch das Aufschreiben von Gedanken schaffen wir Struktur, die dazu führen kann, dass sich unterschiedliche Ansichten auf einen tragfähigen Kompromiss leiten lassen, von dem wir alle profitieren könnten. Bildung und Diskussion sind wichtig, ich hoffe von Herzen, nicht erleben zu müssen, was meine Oma erlebt hat.

Donnerstag, 28. September 2017

Bücher schreiben lernen - geht das? Das geht! Und zwar zum Beispiel im Schreibhain in Berlin (Teil-Fernstudium)

Vor etwa anderthalb Jahren traf ich Tanja Steinlechner vom Schreibhain das erste Mal. Wir saßen gemeinsam in einer Runde von Autorinnen und Autoren und kamen schnell ins Gespräch. Sie erzählte mir, dass sie eine Schreibschule leitet und "Schreiben" unterrichtet, was ich ziemlich cool fand. Seitdem ich Tanja kenne, habe ich bereits ein paar ihrer Schüler, einige Texte und auch den Schreibhain selbst kennengelernt und muss sagen, das ist eine ziemlich geniale Sache, weshalb ich sie gerne unterstützen möchte.

Wir alle haben andere Ansprüche an uns, unsere Texte und den Raum, den das Schreiben in unserem Leben einnimmt. Für diejenigen, die nicht wie ich am finanziellen Existenzminimum rumkrebsen und Interesse an einer richtigen Profi-Unterstützung haben, weil sie sich langfristig Erfolg beim Schreiben wünschen, ist die Ausbildung im Berliner Schreibhain eventuell eine große Chance.

Worum geht es in ein paar Sätzen?

- Start: 22.10.17

- Wo: Berlin (Stadtmitte)

- Die Ausbildung geht 19 Monate lang, jeden Monat findet ein gemeinsames Treffen im Schreibhain statt

- Kostenpunkt 240,00 bzw. 180,00 Euro im Monat

- Was springt dabei raus: professionelle Begleitung und Förderung individueller Talente, Vermittlung von Branchenwissen, Pitching vor Agenturen/Verlagen, eventuelle Übernahme und ziemlich sicher eine Menge Spaß und neue Kontakte

Wenn ihr mehr Infos möchtet, könnt ihr mir gerne eine Nachricht an Bordsteinprosa@gmx.de schreiben oder euch direkt bei Tanja melden.

Hier gibt es die Internetpräsenz des Schreibhains und die Fakten zur Ausbildung auf einer Seite:

https://schreibhain.com/alle-autorenausbildungen/berufsbegleitende-autorenausbildung/

In eigener Sache // Marketing und die Abhängigkeit vom Kunden

Diejenigen von euch, die ebenfalls im Selfpublishing veröffentlicht haben, kennen das: Wenn man selbst kein Marketing macht, tut es keiner. Mir fällt es generell schon schwer, auf fremde Menschen zu zugehen und sie anzusprechen. Wenn ich dabei noch etwas verkaufen will, erst recht. 

Vor zwei Wochen ist mein Roman Schneepoet nun endlich bei Twentysix erschienen und hat bereits ein paar umwerfende Rezensionen erhalten. 








https://www.amazon.de/Schneepoet-Nika-Sachs-ebook/dp/B075MPKMVC


Ich verfolge die Reaktionen meiner Leserinnen und Leser gespannt und bin mittlerweile davon überzeugt, dass dieses Buch wirklich eine große Leserschaft ziehen kann. Wieso? Weil es Gedankengänge freilegt, die uns allen etwas bedeuten:

Was tut mir gut? Was ist der richtige Weg, mit Problemen umzugehen? Wie weit darf ich mich gehen lassen, wenn es mir nicht gut geht? Wie behalte ich den Fokus auf das, was mich weiterbringt und erfüllt?

Viele dieser Fragen sind ein großer Teil der Generation, in die ich geboren wurde, aber auch meine älteren Leserinnen und Leser haben bereits Rückmeldung gegeben, dass sie sich sehr gut mit diesem Auf und Ab sowie dem Humor im Buch identifizieren können, obwohl die Geschichte an manchen Stellen innere Unruhe oder Ablehnung hervorruft (gewollt). 

Ich vermute, dass ich mit der Art, wie ich Probleme, Sehnsüchte und Selbstfindung literarisch angehe, ein Marktsegment bediene, das noch recht klein ist. Das ist schade, wenn ich bedenke, dass derzeit (im Mainstream) Bücher trenden, die wesentlich weniger konstruktiv und sprachlich anspruchsloser sind. Damit meine ich nicht, dass sich ein Buch sämtlicher Kunstmittel der Hochliteratur bedienen muss, sondern inhaltlich ansprechend, authentisch und gespickt mit Wortwitz sein sollte, damit man es nicht weglegt. Ich selbst mag gerne Bücher, die sich flüssig lesen und dabei noch einen flotten und kreativen, greifbaren Stil und Inhalt haben. Das habe ich selbst auch versucht. Da ich tatsächlich so denke und rede, wie ich es schreibe, hoffe ich, dass mir das geglückt ist. 

Soweit klingt das ja erst mal nach einem Erfolg für mich, was auch definitiv so ist. Und jetzt kommt das große Aber:

Dass ich im Selfpublishing bin, hatte für mich unter anderem den großen Vorteil, die Entscheidungsgewalt über meine Bücher zu haben. Jedoch fehlt mir ohne eure Hilfe die Reichweite, um davon leben zu können. Jetzt sagen bestimmt einige Leute: "Vom Schreiben zu leben ist utopisch" oder "Tja, das würde ich auch gerne ..." Zu Recht, die Buchbranche ist eine unsagbar harte und undankbare. Warum soll ich also diesen Wunsch weiterverfolgen, unbedingt von Kreativität leben zu können?

Die Begründung ist simpel:

Schreiben ist das, was mir am meisten liegt und was wie ein Zwang in mir verankert ist. In den letzten zehn Jahren bin ich in der Berufswelt fast nur angeeckt, da ich viele von der Gesellschaft geforderten Eigenschaften für ein Standardberufsleben einfach nicht habe. Ich bin nach unzähligen Versuchen bis hin zur drohenden Selbstaufgabe im Zombiemodus zu dem Entschluss gekommen, dass ich das nicht ändern kann und mich selbst verrate, wenn ich im erlernten Beruf bleibe. Am Ende war ich so unglücklich darüber, nicht meinen Platz in dieser Arbeitswelt zu finden, dass ich körperlich und seelisch krank wurde. Um das für die Zukunft zu verhindern, habe ich mich zu einer zweiten Ausbildung entschlossen (Sprache und Studium). Allerdings kostet sie Geld, ist aber mein einziger Lichtfleck, die nächsten dreißig Jahre produktiv zu einer funktionierenden Gesellschaft beizutragen.

Um mir das zu ermöglichen, muss ich nebenbei arbeiten, wie die Meisten von uns. Mit Kind, einem Kernkraftwerk im kreativen Zentrum meines Hirns und Soziophobie ist das allerdings super schwer. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass ich genauso viele Tage brauche, mich von der gespielten Integration im erlernten Job zu erholen, die ich die Woche in der "Normalowelt" arbeite. Und das hat nichts mit Ablehnung der Anderswelt meinerseits zu tun, ich verstehe sie einfach nicht gut und bleibe konstant unsicher, das brennt mich aus. In dieser Zeit bin ich kreativ unfähig, weil ich erschöpft bin und komme nicht voran. Ein Teufelskreis also.

Mittlerweile bin ich Dank der Unterstützung einiger netter Menschen schon so weit, dass ich es schaffe, in Buchläden zu gehen, und zu fragen, ob mein Buch dort in die Auslage kommen könnte. Das kostet mich dennoch wahnsinnig viel Energie und ich kann natürlich nicht in ganz Deutschland umherfahren, um mich zu bewerben. Deshalb wäre ich euch dankbar, wenn ihr mich bei meinem Vorhaben unterstützen könntet.

Meine konkrete Bitte:

- Wenn euch mein Buch gefallen hat, empfehlt es weiter

- Schreibt mir eine Rezension bei Amazon etc.

- Fragt euren lokalen Buchdealer, ob er Interesse an meinem Buch hat

- Redet über mein Buch und die wichtigen Themen darin

- Lasst mein Buch rumreisen, fotografiert euch damit, wenn ihr es dabei habt und verlinkt mich auf Twitter #Bordsteinprosa #NikaSachs (Stadt, Urlaub, Buchhandlung, Bahn etc.)

- Fragt, ob ihr Flyer oder Poster für mich verteilen oder aufhängen dürft, das Material kann ich euch schicken

- Bestellt mein Buch im stationären Handel, damit es den Händlern auf dem Radar ist

- Wenn ihr Beziehungen zu Presse / Blogs / Buchhandlungen habt: Ich gebe prinzipiell Interviews, halte Lesungen und bin zu Diskussionen über die Themen im Buch bereit, auch wenn es mir schwer fällt, in der Öffentlichkeit zu stehen. Ich möchte lernen, sicherer zu werden, weil es mir sehr am Herzen liegt, anderen Menschen mit sozial/neurosdivers gelagerten Problemen ein Vorbild zu sein, aus dem etwas machen zu können, was einem liegt.

Zur Buchmesse wird es auch eine lustig-schräge Lesechallenge geben, bei der wir ein Video drehen. Seid gespannt! Sobald es online ist, würde ich mich sehr freuen, wenn ihr es fleißig teilt.


Vielen Dank fürs Lesen und teilen,

eure Nika