Samstag, 23. Juli 2016

Liebster Award Teil 2 - Die Prosa schon wieder...

Juhuu, schon wieder ein Blogger-view <3 

Wieder über den "Liebsten Award", diesmal hat mich mein Bart Bro Author Kollege Ben Lesser (https://cheshirepunk.wordpress.com) nominiert. Selbes Spiel wie bereits schon vorab erwähnt. Ich beantworte 11 Fragen und stelle anderen Bloggern 11 weitere, die Regeln dafür sind unten aufgeführt. 

Auf geht's, würde ich sagen. Im Hintergund dudelt sie coole Florence mit ihren Machines mit Delilah (hörenswert, by the way!)


1.Wer bist du?

Das würde ich auch gerne mal wissen, ich war schon so vieles in meinem Leben ... Von der Doppelseite Bandbeitrag im Orkus über Assistentin der Geschäftsführung, Autoren- und Musikermuse und seelisches Wrack. Ich bin ein Scanner, also ein Mensch, der alles ein bisschen kann, jedoch nichts richtig. Das soll sich bald ändern, denn seit ein paar Jahren arbeite ich an meiner Kreativkarriere. Dafür sind meine Ehe und einige Freundschaften draufgegangen, denn ich habe leider feststellen müssen, dass ich einfach in kein spießiges Normaloleben reinpasse. Konkret bedeutet das:

Ich blogge, male, schreibe Kurzgeschichten, Novellen, Gedichte und Romane, hier und da auch mal ein bisschen Gonzojournalismus. Außerdem bin ich eine Gehirnhälfte des experimental Synth Pop Projektes Stratoscope, bei dem ich komponiere, texte (was auch sonst) und singe. Meine dezente Liebe für unser blauweißrotgeflaggtes Nachbarland ist auch gar nicht auffällig. Niemals ... Ich versuche seit Ewigkeiten, meine Blockade mit dem Erlernen der Sprache zu überwinden, ich werde es wohl irgendwann mal schaffen. Wenn ich in Rente (was für ein Ding?) bin.

Ansonsten bin ich Tagträumer, Einzelgänger auf der Suche nach physisch-mentaler Symbiose, Mutter, gemeinsam-allein-erziehend, pro Leben, anti Religiotismus.


2.Welches Genre liest du am liebsten?

Literarische Belletristik // Literatur // Satire

3.Welches Genre schreibst du am liebsten?

Oh Wunder ... Literarische Belletristik und Kinderbücher ;)

4.Wer oder was ist deine Muse?

Das ist doch ein Geheimnis! Naja, ok, also eine Muse ist ein mir nahestehender Mensch, zu dem ich leider den Kontakt verloren habe.
 

5.Welches Ritual gehört für dich beim Schreiben dazu?

Nicht immer, aber kam schon öfters mal vor: Champagner, Musik, nach 21:00 Uhr ... 

6.Wie sieht dein Alltag aus?

Welcher von den vielen Facetten, die mein Doppelleben so beinhaltet? Twitter, Kind, Reisen, Schreiben, bei Brotfirmen Jobben. Rest geheim - für den Mystikfaktor.
 
7.Warum hast du mit dem Bloggen angefangen?

Weil ich damit vieles verarbeite und mir einen Raum geschaffen habe, in dem Menschen, die ich wohl interessiere, mir ein Feedback zu meinen Gedanken geben können. Psychosoziale Marktforschung, sozusagen. *Lacht

8.Inwiefern beeinflussen die politischen und gesellschaftlichen Umstände dein Schreiben?

Leider viel zu sehr. Oft machen sie mich die Nachrichten unfähig unbefangen zu denken und Welten zu erschaffen. Politisch sensible Aussagen sind schwer diplomatisch erfassbar. 

9.Was wirst du machen, wenn du reich und berühmt bist?

Champagnerpuffparties feiern. Nicht. Mein Leben möglichst nur noch mit Menschen füllen, deren Geschichten und Ideen mich ebenso bereichern, wie ihre Herzen. Geld ist mir dabei zweitrangig. Ich kaufe mir nur die Zeit frei. Und ein bisschen was gegen diese Scheiß Welt tun.


10.Feta oder Mozzarella?

Ernsthaft? Beides!*Toll, jetzt habe ich Hunger -.-


Vielen Dank, lieber Ben, dass du mir deine Fragen geschickt hast! Sobald mir neue einfallen, nominiere ich wieder andere Blogger <3



REGELN


  1. Danke der Person, die dich für den Liebster Award nominiert hat und verlinke ihren Blog in deinem Artikel.
  2. Beantworte die 11 Fragen, die dir der Blogger, der dich nominiert hat, gestellt hat.
  3. Nominiere 2 bis 11 weitere Blogger für den Liebster Award.
  4. 
Stelle eine neue Liste mit 11 Fragen für deine nominierten Blogger zusammen.
  5. Informiere deine nominierten Blogger über den Blog-Artikel.
  6. Das Beitragsbild kannst du optional in deinen Beitrag einfügen.
  7. Schreibe diese Regeln in deinen Liebster-Award-Blog-Artikel.

Donnerstag, 21. Juli 2016

Hauptstadtblues - Halbjahresresumé

Wieder war ich dort, zum gefühlt hundertsten Mal. Im letzten halben Jahr habe ich dort meinen Gedanken freien Lauf gelassen, frei von sämtlichen Regeln und Konventionen. Jedes mal, wenn ich seit 2006 in Berlin war, kam ich reflektierter wieder. Nicht zwangsläufig glücklicher, aber langfristig mental besser organisiert. Alles hat wie immer mindestens zwei Seiten. Nur der Fersehturm nicht ...


Plattenbauromantik, Hauptsache Discokugel...


Über Weihnachten war ich auf emotionaler Entdeckungsreise in Friedrichshain-Kreuzberg, im Februar in Pankow, im Juli in Pankow und in Charlottenburg-Wilmersdorf. Jedes mal habe ich andere Abstrusitäten erlebt, zufällige Bekanntschaften gemacht, ein Stück mehr zu mir selbst gefunden. Heroinjunkies beim Fixen in der Sparkasse, heulende Punks in der Bahn, Dinner in Nobelrestaurants, Champagnerparties, Fetischclubs, körperlicher Näheaustausch mit beinahe gescheiterten Überlebenskünstlern, auf der melancholischen Suche nach alles verzehrender Liebe und Leidenschaft.


Der Körper könnte niemals so nackt sein, wie die Seele, während man morgens um halb fünf über Analsex, Kokain, die verflossene Liebe und Kafka philosophiert, und dabei einen Handmade-Burger bestellt


Berlin ist vieles, nur eines nicht: unehrlich. Vielleicht ist es diese Tatsache, weshalb ich die Stadt so viele Jahre lang gehasst habe und sie zunehmen liebe und schätze. Ebenso viele Jahre lang habe ich mir selbst etwas vorgemacht, mich in ein Bild von mir geflüchtet, in welches ich nie rein gepasst hätte. Genau gesagt ist Berlin wie ein aus der Mode gekommener Stöckelschuh, den man noch immer liebt. Von Zeit zu Zeit drückt er bei zu langem Tragen, aber er passt immer wieder aufs Neue, wenn die Mode sich ändert und die Blasen verheilt sind.


In Berlin wohnen Prinzregenten auf ihrem Prinzlauerberg und verschenken Federn fremder Pfauenfrauen, denn die wahre Geschichte des Aschenputtel heißt hier drei Bier für Aschenblödel


umso ehrlicher ich mit mir selbst werde, desto mehr liebe ich diese Stadt und genieße die unendliche Anonymität vor der harten, aber ebenso herzlichen Art ihrer Bewohner. Nirgends crashen so viele Welten aufeinander, wie hier. Stille, kleine Revolutionen, nebst großen Aufschreien und Konflikten. Dabei entdecke ich traumhaft schöne Mondkaleidoskope bei Onkel York in der Pappelallee (dringend besuchswürdig!) und kaufe Bücher über den wahren Marcel Proust in der liebevoll sortierten Buchhandlung Montag, ein paar Meter weiter.

http://www.yonkelork.de

http://www.buchhandlungmontag.de


Auf der Suche nach der vergangenen Zeit, eine Zeit, in der der Meister gelebt hat...


In keinem Kosmos bin ich so gleichgültig und hochemotional zugleich, wie in diesem. Aber ich pendle auch in keinem Kosmos so sehr zwischen beruflichem 5* Hotel, Bildung, Kultur, Hedonismus und privatem Saufgelage in der U-Bahn. Berlin erlaubt alles, auch das Übernachten in den Betten urgemütlicher Junggesellenwohnungen, obwohl man eine Suite gemietet hat. Betten, an denen die erotische Aura vieler anderer Frauen haftet, ohne mich zu belasten, mit unstillbarer Begierde zu infizieren.

Ich liebe den kurzen Urlaubsmoment meiner Seele, indem ich meine Nächte mit dem Streicheln von wundersamen und liebenswerten Menschen fülle, deren Inneres so viel heimlicher und ehrlicher ist, als ihr Äußeres. Ich genieße das zeitlich unbestimmte Geschenk ihrer Anwesenheit in meinem Leben, ohne sie ausziehen zu müssen. Das Wollen ist optional.

https://www.youtube.com/watch?v=oAZAGwhrC7g


Zentriert, aus der Bahn, im Leben, aus dem Exzess in die Balance, Gedankengefickt und lebendig


Hier habe ich keine Erwartungen, keine Grenzen, keine Limits und bin mir selbst treu. Berlin hinterlässt immer Blues in mir, aber ich habe nie gesagt, dass ich Blues nicht mag. Jetzt bin ich fast dreißig und lerne ihn nicht nur zu leben, sondern auch zu lieben, ohne dabei die Ausweglosigkeit in ihm zu sehen ...

Danke an diesen Ort ohne Regeln und die Menschen, mit denen ich dort Zeit verbringe

Freitag, 8. Juli 2016

Wer ist diese Prosa und was antwortet sie auf 11 Fragen von Krimiautorin Vera Reinhard?

Es ist mal wieder soweit - ich wollte was arbeiten und prokrastiniere fleißig vor mich hin, diesmal aber wenigstens angenehm. Die liebe Vera Reinhard, ihres Zeichens Kollegin und überaus angenehme Gesellschaft für spannende Gespräche und Abende, hat mir Fragen geschickt. Der Hintergrund ist das Bekanntmachen von Blogs und deren Inhabern, was ich eigentlich ganz schön finde. Das ganze nennt sich "Liebster Award" und ich mache für euch einfach mal mit. Challenge accepted, Vera!
Die Finger jucken und die Tastatur glüht, auf geht's!



1. Was ist dein Lebensmotto und welche Bedeutung hat es für dich?

Niemals deine Seele für ein Buch oder einen Menschen verkaufen!

Nun ja - es bedeutet mir viel, da ich viel zu lang nicht glücklich damit war, es immer allen recht machen zu wollen und doch nie akzeptiert zu werden. Seit einiger Zeit habe ich das aufgegeben. Da ich Autorin bin, gilt das auch für meine berufliche Seite. Ich würde nie ein Buch so sehr von meiner Ursprungsidee entfremden, dass ich es nur um den Erfolg Willen veröffentliche. Lieber schreibe ich ein Konzeptbuch, das mir dann am A**** vorbei geht, wenn es floppt.


2. Auf welche drei Dinge würdest du um nichts in der Welt verzichten wollen?

Was? Nur drei? Och menno ... Ich klammere mal Selbstverständlichkeiten wie meinen Nachwuchs und Kaffee aus, also bleiben noch:

*zensiert
Musik
Schreiben


3. Wie startest du in den Tag?

Kind. Kaffee. Mehr Kaffee. Twitter. Reihenfolge variabel.


4. Welche Eigenschaft an dir magst du am meisten?

Was? Nächste Frage, bitte ... Na gut, wenn es denn sein muss ... Ich bin nicht nachtragend, wenn Dinge geklärt sind. Außerdem bin ich harmoniesüchtig. Meine äußerst kreative Wortfindungsstörung, die andauernd Neologismen schafft.



5. Welche Person würdest du gerne für einen Blogbeitrag interviewen, wenn du EGAL wen wählen könntest und warum?

Oh oh, ich habe es befürchtet, ich kann mich nicht entscheiden. Das Warum ist aber bei allen gleich - für mich haben sie eine nicht greifbare Aura, etwas Außergewöhnliches an sich und oder einen interessanten, beruflichen Werdegang. Wertfrei. Ich glaube, interviewen trifft es auch nicht so ganz, ich führe gerne einfach Gespräche über dies und das und schreibe danach darüber. Fragen zu stellen, ist manchmal der falsche Weg, jemanden kennenzulernen.

Ein paar Personen, die ich interessant für sowas finde, sind Pierre Girard, Barbara Schöneberger, Diana Galbaldon, Lukas Hermsmeier, Felicitas von Lovenberg, Adrian Stone, Bernhard Hennen und ein mir bekannter, junger und überaus begabter Jazzgitarrist, zu dem ich leider den Kontakt verloren habe.


6. Wie wichtig ist dir das Aussehen deines Blogs?

Medium. Ich möchte mich natürlich mit der Aufmachung identifizieren, aber ich bin kein Medienprofi. Hauptsache alle finden sich zurecht.


7.  Was muntert dich auf, wenn du down bist?

Ich bin nie down! Wer erzählt denn sowas? *heulend ab ...
Musik, tanzen gehen, mein Kind, gute Gespräche.


8.  Was ist dein Lieblingsessen (und verrätst du das Rezept)?

Da gibt es leider zu viel. Vielleicht schreibe ich mal ein Kochbuch für Autoren: "Halbwegs gesunde und hedonistische Ernährung, für am PC hockende Kreativheinis" Deal?


9. Gibt es etwas, das du absolut verabscheust und wenn ja, was?

Einiges. Ganz weit vorne dabei sind hausgemachte Dummheit, auch im politischen Sinne und Menschen, die anderen absichtlich und massiv schaden.


10.  Planst du deine Blogbeiträge im voraus oder schreibst du nach Lust und Laune?

Beides. Kommt aufs Thema an. 


11. Was ist dein aktuelles Herzensprojekt?

Eines meiner Bücher veröffentlichen, in welchem ich viele Tabuthemen anspreche. Ich hoffe, dass meine Leser zahlreich sind, lachen, gespannt sind, sich fremdschämen, bestürzt reagieren, sich Gedanken über das Leben machen und sich an meinem Kopfkino erfreuen. FSK, natürlich.


So. Das war es von meiner Seite, liebe Vera. Ich hoffe, ich bin euch nun ein Stückchen bekannter? Weil ich natürlich auch andere Blogger bekannter machen möchte, nominiere ich mal ganz frech:

Jasmin Zipperling jasmin-zipperling.de
Sven Hensel svenhensel.de
Inga Berg ingabe.blogspot.com 
Christian Milkus christian-milkus.de  

Hier meine Fragen:

1. Du bloggst, weil... ?
2. Über welches Thema möchtest du mal von Herzen schreiben oder bloggen?
3. Brauchst du ein ganz spezielles Setting, um schreiben zu können und wenn ja, welches?
4. Mit welchem Autor würdest du gerne mal privat was unternehmen?
5. Was inspiriert dich?
6. Fühlst du dich eher in der echten Welt oder in der Buchstabenwelt zuhause?
7. Über welchen Text/ Tweet hast du als letztes gelacht?
8. Wie oft denkst du am Tag ans Schreiben?
9. Wie sortierst du deinen Kopf am besten, wenn er mal zu voll ist?
10. Welche Frage würdest du in einem Interview gerne mal beantworten? (Und die Antwort darauf bitte)
11. Wo willst du dich in zehn Jahren sehen?

REGELN

  1. Danke der Person, die dich für den Liebster Award nominiert hat und verlinke ihren Blog in deinem Artikel.
  2. Beantworte die 11 Fragen, die dir der Blogger, der dich nominiert hat, gestellt hat.
  3. Nominiere 2 bis 11 weitere Blogger für den Liebster Award.
  4. 
Stelle eine neue Liste mit 11 Fragen für deine nominierten Blogger zusammen.
  5. Informiere deine nominierten Blogger über den Blog-Artikel.
  6. Das Beitragsbild kannst du optional in deinen Beitrag einfügen.
  7. Schreibe diese Regeln in deinen Liebster-Award-Blog-Artikel.
 

Mittwoch, 6. Juli 2016

Auf ein unkonventionelles Interview mit Fantasyautor Richard Schwartz


Er zieht es nicht wie Bartleby vor, es lieber nicht zu tun. Die Rede ist von einem der erfolgreichsten deutschen Fantasyautoren unserer Zeit, Richard Schwartz. Seit seinem fünften Lebensjahr liest der gebürtige Frankfurter, Baujahr 1958 und kann es auch nach dem zwanzigsten Buch zum Glück noch nicht lassen, der Welt seine Geschichten zu erzählen. Wir sitzen gemeinsam in der Küche und unterhalten uns über die Arbeit. Dabei denke ich wieder an mein immer aktuelles Thema mit der Kreativität und frage mich, was er so über seine eigene Kreativität denkt.


„Warum Bücher?“, will ich aus dem Nichts heraus von ihm wissen.

„Lesen ist das Vernünftigste, das man tun kann, denn Bücher sind der Spiegel der vergangenen, der gegenwärtigen und der zukünftigen Gesellschaft. Lesen ist einfach clever“, sagt er.

Lesen ist seiner Meinung nach die günstigste Methode, eine spannende Reise zu machen und verhindert meiner Ansicht nach auch den Stillstand im Kopf. Unser Gespräch ist kein wirkliches Interview, sondern ein Gedankenaustausch zum Thema Bücher. Wieso und weshalb wir lesen, zu meiner Generation und deren mentalen Defizite. Teilen möchte ich diese Gedankenanalyse dennoch mit dem Rest der Welt, weil ich persönlich in Büchern noch immer einen Bildungsauftrag sehe.


Mich nervt dieses ungefilterte Angebot von Informationen bisweilen und oft frage ich mich, nach welchen Kriterien mein Gehirn sich Bruchstücke daraus merkt, speichert und in meine Ideenschublade wirft.



Bordsteinprosa: „Was ist das Problem mit unserer Zeit?“

Richard Schwartz: „Mangelnde Weitsicht bei der Lösungsfindung. Kurzum auch Dummheit genannt. Viele leiden unter einer kurzen Aufmerksamkeitsspanne. Weniger Buchstaben, das versteht sich leichter. Die erstbeste Lösung für ein Problem ist meist nicht die beste. Das ist oft so, als ob sich ein Sehbehinderter versucht mit einem Krückstock zu behelfen, anstatt einen Blindenstock zu nehmen. Falscher Lösungsansatz. Ein gutes Beispiel ist auch der Film Titanic, der eigentlich richtig gut gemacht ist. Warum aber liegt sie am Ende auf dieser Tür und er bekommt es nicht hin, sich eines der vielen umherschwimmenden Trümmerteile zu angeln?“

Ich muss lachen. Genau das habe ich mir auch damals gedacht.

RS: „Das Problem ist meist die individuelle Faulheit, nach einer Lösung zu suchen. Das ist Energieeinsparung, ein Relikt aus der Zeit des Herdentriebs. Damals war Energie überlebenswichtig und jegliche Einsparung von Energie wichtig. Warum soll ich das machen, wenn es auch ein Anderer für mich erledigen kann?“


B: „Das klingt nach ineffizientem Teamwork...“

RS: „Unsere Gesellschaft ist prinzipiell konservativ und veränderungsresistent. Es ändert sich immer solange nichts, bis der Anteil derer, die gleichsam anders sind, so groß ist, dass sie keine Randerscheinung mehr sind. Das ist so wie mit dem aufkommenden Punk in den Siebzigern. Am Anfang war das eine ultimative Randerscheinung, dass sich Leute die Ohrläppchen mit Sicherheitsnadeln durchbohrt haben und sich in Musik, Gesinnung und Kleidung massiv von der Masse abgesetzt haben. Protest. Heute ist Punk überwiegend eine Modeerscheinung und kein Ausdruck eines individuellen Protests mehr. Es gibt einfach zu viele von denen, die das optische Erscheinungsbild eines Punks erfüllen, um als Protestbewegung wahrgenommen zu werden.“

bisher bin ich immer davon ausgegangen, dass jedes Wesen der Spezies Homo Sapiens prinzipiell den Drang in sich trägt, ein Alphatier zu sein. Lange habe ich mir dadurch das Ellenbogenprinzip erklärt.


B: „Meinst du nicht, dass jeder Mensch prinzipiell ein Alphatier sein will und wir deshalb so viele Kommunikationsprobleme haben?“

RS: „Nein, wenn man ein Alphatier ist, muss man Verantwortung übernehmen. Das ist anstrengend, benötigt Energie und Entscheidungsfindigkeit. Wer will denn das? Verantwortung zu übernehmen lernt man im besten Fall durch Erziehung, ohne Verantwortungsgefühl fehlt jedem Führungstalent das Instrument. Diese Erfahrung und Reflexion von Fehlern prägt die Verantwortungsfähigkeit. Die wächst auch potentiell mit dem Alter. Im besten Fall wächst die Bereitschaft auch die Verantwortung für den Mitmenschen zu übernehmen. Viele vermeintliche Alphatiere sind einfach Narzissten, denen die Verantwortung eigentlich egal ist. Sie genießen einfach ihr Tun und betrachten ihr Werk. Dabei kann man sich ein rein hypothetisch einen Chirurgen zum Beispiel nehmen, dem es egal ist, ob der Patient stirbt. Hauptsache er sieht am Ende so aus, wie der Chirurg sich das vorgestellt hat.“


B: „Ja, die allerwenigsten sind bereit, Verantwortung zu übernehmen. Egal ob für sich oder andere.

Also sowas wie: Alphatiere treffen Entscheidungen und Lemminge beschweren sich, aber sie befolgen?“

RS: „Ja. Starrsinn bekämpft man am besten, indem man den Verweigerern ihre Ineffizienz als Tugend verkauft. Also ihnen klar macht, dass sie mehr bewirken, wenn sie störungsfrei das Feld räumen. Dadurch haben andere die Möglichkeit die Leistung zu bringen, die sie auch bringen wollen. Das Resultat ist besser und schafft Platz für Kreativität. Erreichen könnte man das vielleicht über einen Grundlohn, der jedem Bürger gezahlt wird.“


B: „Das klingt logisch. Was ist denn Kreativität für dich?“

RS: „Das ist die Umsetzung einer Vorstellung oder eines Traumes ins Reale, etwas erschaffen.“


B: „Ist das eine generelle Definition oder ist sie an etwas Künstlerisches gebunden?“

RS: „Nicht per se an etwas Künstlerisches. Den meisten Menschen fehlt das Selbsterklärende in sich, die Selbstevidenz. Die hindert sie am Denken. Also nicht nur so etwas wie die Verbindung zwischen Nacht und dunkel oder Regen und nass zu erkennen. Vielmehr ist es, die Funktion einer Sache automatisch mit zu erkennen. Tasse und Tee oder Kaffee, auf jeden Fall trinken. Die Tasse liefert ihre Funktion mit.“


B: Das bedeutet also, dass manchen Menschen die Anlage fehlt, das Wesen der Dinge zu hinterfragen?“

RS: „Das ist auch ein Teil der Erziehung. Wenn ich nicht lerne, die Konsequenzen meines Handelns voraussehen zu müssen, kann das nicht aufkommen. Funktioniert meist gut, die Verantwortung an andere abzugeben.“


B: „Prioritätenverschiebung?“

RS: „Gedankenlosigkeit. Nichtstun ist auch eine geistige Haltung. Nihilismus. Automatisches Neinsagen ist einfacher, hat dabei aber meist eine viel größere und negative Auswirkung. Oft ist das die Angst vor dem Neuen und der Verantwortung. Doch viele Menschen sehen das als ein annehmbares Übel.


B: „Was ist mit denen, die das anders machen? Wachsen die über sich hinaus?“

RS: „Nein, niemand wächst über sich selbst hinaus. Eher führt Verzweiflung dazu, die konservativen Kräfte der Gesellschaft zu überwinden. Also die erfolgreiche Bekämpfung der Angst einen Weg zu gehen und eine nicht gescheiterte Umsetzung des Willens.


B: „Was ist denn das, dieser Wille? Ist der Wille kreativ zu sein denn frei“

RS: „Zum Teil. Das Wollen ist der Antrieb, der Motor der Kreativität. Ein Teil des Weges um etwas zu erschaffen. Planung alleine ist leider schon gut für das Belohnungssystem, wieso auch so viele Menschen bei der Planung stehen bleiben. Für das Gehirn macht es kaum Unterschied, ob nur eine Absicht vorhanden ist oder auch tatsächlich umgesetzt wird.“


B: „Allerdings. Das ist ja so eine Sache, mit den Vorsätzen. Kennt ja jeder von Silvester. Meist bleiben sie einfach Vorsätze. Alleine der Gedanke an die Veränderung, bewirkt ein angenehmes Gefühl der Erleichterung.“

RS: „Ja, man schiebt das einfach dadurch immer weiter nach hinten. Aber wenn der Wille stark genug ist, besiegt der den Zustand der Gleichförmigkeit. Heute handeln wir ja meist nicht mehr strategisch, sondern nur noch taktisch. Die Instantbefriedigung ist einfach zu verlockend.“


B: „Also ich leide auf jeden Fall unter dem Druck, etwas zu wollen, erschaffen zu müssen und kreativ zu sein.“

RS: „Das ist die Angst vor dem nicht vorhandenen Sinn der eigenen Kreativität und dem Scheitern, welches man erlebt, wenn man keine Spuren in dieser Welt hinterlässt.“


B: „Schreibst du deshalb?“

RS: „Es war eher die Motivation, es anders zu machen als andere. Ich dachte ich kann das auch und vielleicht auch besser. Außerdem treibt einen das Wissen raus, dass nichts für immer bleibt. Zu lange ausruhen hält den Zustand der Energieeinsparung nicht aufrecht.


B: „Zu lange in der Hängematte abhängen zerstört den inneren Frieden auch?“

RS: „Nichts ist statisch und bleibt erledigt. Das ist dynamisch. Eigentlich ist das Leben ein Boot mit Leck. Wenn man nicht rechtzeitig schaufelt, geht man unter. Sich treiben zu lassen ist ein paradiesischer Zustand, aber er endet irgendwann automatisch.“


B: „Was ist Schreiben für dich?“

RS: „Schreiben ist nicht die Erschaffung eines Buches, das machen die Drucker. Es ist die Umsetzung einer Idee und das Buch ist mein Medium. Mein liebstes. Schriftstellerei macht etwas Abstraktes sichtbar, so wie Bildhauerei etwas greifbar macht und Musik etwas hörbar. Das ist die Übertragung von Energie, im metaphysischen Sinne. Karl Marx zum Beispiel hat eine Idee in eine physische Realität umgesetzt und die tatsächlich existierende Welt dadurch verändert. Der Wille dazu war die Energie, um es zu schaffen. Kapitalismus ist nicht sozial, da sind wir wieder bei der Überblickung der Konsequenzen. Politiker sind manchmal nicht weitsichtig genug, ihnen fehlt vielleicht der Blickwinkel auf die Folgen ihres Handelns. Meist, weil sie ihr Handeln nicht mehr als Ganzes verstehen, sondern sich vielleicht aber auch als Person nicht mit ihrem Handeln verbinden. Die sind Opfer ihres eigenen Effekts.“


B: „Die scheitern quasi an sich selbst – die Erkenntnis, die man in den großen Bildungsromanen vergangener Zeiten gelehrt bekommen hat? (Die Erkenntnis darüber, dass das Handeln Konsequenzen hat und von vielen Faktoren abhängig ist)“

RS: „Geschichten sollten den Sinn haben, das Denken zu schulen. Es gibt wenige Ursprungsberufe, aber Jäger, Sammler, Prostituierte, Sippenführer, Heiler und eben Geschichtenerzähler gab es immer. Geschichten erzählen hat eine lange Tradition und dient der Wissensvermittlung. Die Protagonisten treffen Entscheidungen und der Leser konfrontiert sich mit dieser Handlungsweise. Bücher weisen Lösungsmöglichkeiten auf und Verfahrensweisen, die man nicht wählen sollte. Es geht um den Effekt der Reflexion. Frei nach der Maxime erst Denken, dann handeln. Dabei ist es egal, ob es sich dabei um Literatur handelt oder um Belletristik. Meine Protagonisten treffen logische Entscheidungen um Probleme zu lösen.“


B: „Ist das Instrumentalisierung?“

RS: „Eher eine ursprüngliche Form von Lebensberatung. Umso fanatischer ein Mensch ist, desto benutzbarer, instrumentalisierbarer wird er. Gute Geschichtenerzähler sind nicht instrumentalisierend, sondern beratend. Schriftstellerei hat somit einen philosophischen Auftrag, überträgt abstraktes Denken auf andere.“


B: „Was ist das Problem am Lesen, ist es noch zeitgemäß?“

RS: „Lesen steht im Konflikt mit der Instantgratifikation, die heute gewünscht ist. Die Unterhaltungsindustrie schafft schnellere Zufriedenheit. Ein Film hat dieselbe Aussage wie das Buch und dauert zwei Stunden. Das Lesen dauert länger und ist Opfer der Formatisierung von Zeit geworden. Sieger ist oft die Zeitersparnis. Lesen ist Denken und somit etwas für Menschen, die in der Lage sind, beim Lesen zu pausieren und imstande sind, später den Faden wieder aufnehmen zu können.“


B: „Ist die Beschränkung der Zeit die Beschränkung der Erkenntnis?“

RS: „Nicht für die, deren Denken nicht zeitlich beschränkt ist. Lesen fördert außerdem die abstrakte Betrachtungsweise“


B: „Lesen ist etwas für Menschen mit Langzeitfokus?“

RS: „Ja, eine schnelle Belohnung ist lesen nicht, die Belohnung am Lesen ist das Lesen an sich, dessen Essenz nicht die Aussage, sondern der Weg dorthin ist. Das ist die Anregung der eigenen Phantasie, wie ich finde.“


So sehe ich das auch mit dem Schreiben, stelle ich fest. Es ist nicht das fertige Buch, das ich unbedingt veröffentlichen möchte, sondern eher die Erkenntnis des Schreibens. Ich lerne als Autorin ja über mich selbst, wenn ich mich schriftlich reflektiere. Nichts Anderes ist Geschichtenerzählen ja irgendwo. Unser Gespräch neigt sich dem Ende, irgendwie sind wir uns einig.

„Schließ dich doch mal ein paar Tage lang ein und nimm dir zehn Bücher vor. Das ist wie Urlaub, den Input brauchst du gerade“, legt er mir nahe, sehe ich auf jeden Fall auch so. Aus organisatorischen Gründen wird das noch ein paar Wochen dauern, bis ich das umsetzen kann, aber die Abende werde ich auf jeden Fall nutzen, um das zu tun.

**Herzlichen Dank auch an den Piper Verlag**


Samstag, 2. Juli 2016

Organisation - wer oder was bist du und wo kann man dich erwerben?

Wir Kreativen kennen das - die hart erkämpfte Stunde Freiraum geht so schnell rum, dass wir noch gar nicht angefangen haben, sie zu nutzen. Die meisten von uns sind in einem Alltagsjob gefangen,  und oder haben Familie. Was dabei noch an Aufnahmefähigkeit, Motivation und Zeit übrigbleibt, um den kreativen Ausgleich zu schaffen, ist gegen null. Nun bin ich zwar auch Mutter und zudem noch allein getrennt- gemeinsamerziehend, habe aber die unglaublich tolle Chance, von Zuhause zu arbeiten. Was ich arbeite, ist ebenfalls kreativ und hat mit Büchern zu tun.

Wie es der Teufel aber so will, ist das aber nicht immer das, was ich gerade machen will - und wer als Schreiber, Künstler oder Musiker mal einen Anfall von Kreativwahn erlitten hat, weiß, wie sich das anfühlt. Man sitzt auf heißen Kohlen, MUSS förmlich am eigenen Projekt arbeiten, weil es einen erdrückt, es nicht zu tun. Dann möchte man natürlich nebenher auch noch Buch XY von Autor XY lesen, weil man es versprochen hat oder schon lange drauf wartet, aber man kann nicht. Irgendwo danach kommen Dinge wie: Sport machen, weil man mit dem faulen Hintern so rumsitzt und das nicht gerade zur allgemeinen Zufriedenheit beiträgt. Irgendwo kommt auch das schlechte Gewissen den Mitmenschen hoch, weil man jede freie (oder auch nicht freie) Minute, mit mindestens, dem Gedanken an das Projekt füllt.

Ich habe persönlich immer Dienst. Mein Protagonist Lukas schwirrt seit einem Jahr in meinem Kopf herum, alles, was ich so lustig und oder kreativ finde, schreibe ich auf. Ich könnte es ja mal verwenden. Genauso funktioniert auch die Authentizität meines Buches, denn meine Dialoge sind meist direkt aus dem Leben gegriffen, oder haben einen dortigen Ursprung. Also meine Umwelt ist gelegentlich schon etwas genervt von meiner Manie, alles in mein Telefon zu tippern, was mir so wichtig erscheint. Quasi alles.

Ganz am Ende der kreativen Nahrungskette, kommt bei mir tatsächlich der Schlaf. Ich schlafe zu wenig. So wenig, dass ich zwischendurch sogar schon kurzfristig schizoide Züge hatte (NIX MIT MEHREREN PERSÖNLICHKEITEN!). Nicht, dass das nicht normal wäre, wenn man massiv Schlafentzug erleidet - ich bin ja auch noch selbst daran schuld. Leider hat es mich mich wie in einem Rausch erfüllt, nächtelang durch zu schreiben, eine oder zwei Stunden zu "ruhen" und danach ganz normal zu arbeiten, Kind in den Kindergarten verfrachten, zum Sport zu fahren und am besten noch: wieder zu schreiben. Ja, jeder, der sagt, es wäre ein easypeasy Job, sich Geschichten zu erdenken und sie auf den Markt zu werfen, ist einfach realitätsfern. Es mag diese Leute geben, die das ganz entspannt tun, sich ewig Zeit nehmen, ein hammer Buch abliefern und dann reich werden. Danach tun sie dann nichts anderes, als sich ausschließlich anderen Projekten zu widmen. Der Autor, das mystische Wesen, Isolationist und Mastermind seines Zeichens, immer kreativ und kompetent.

Pah! Hallo Realität, ich winke mit untergehender Jolle, das weiße Fähnchen ist bereits gehisst. Untergang vorprogrammiert, zumindest bei mir. Mein allerliebstes Symbolbild für meinen Tagesablauf sieht folgendermaßen aus: 

Quelle: Internet, irgendwo.
Ja, ich bin immer unter Strom, mein Kind kann all diese nervigen Dinge auf einmal anrichten und mich dabei noch anlachen. Ich bin immer müde, regelrecht auf 200% Adrenalin, gestresst von den kleinen feinen Gemeinheiten der bürokratischen Alltagswelt und den Tücken der sozialen Interaktion. Sozialkompetenz? Kann ich prima. Nicht.

Das, was mich am meisten belastet, ist das schlechte Gewissen. Ich möchte es allen anderen recht machen, aber mir auch. Möööp, Logikfehler. Das geht einfach nicht. Und der Tag hat (leider) in unserem Weltensystem nur 24 Stunden. Wie teile ich mir die am besten ein? Das, und nur das, ist die Frage, um die es sich drehen sollte. Wie also verplempere ich meine Zeit möglichst effektiv und so, dass ich am meisten abarbeiten kann, ohne mich dabei zu zerstören. Das Thema heute ist also Zeitmanagement. Igitt. Überall braucht es diese doofen Manager. Was ist das? Kann man das essen? 

Die Antwort ist nein, aber man sollte sich mal darüber Gedanken machen. Ja, auch in der Welt der Kreativen kommt man langfristig nur weiter, wenn man Vitamin B hat, Verbindungen pflegt und sich gegenseitig unterstützt. Deshalb ist es mir auch immer extrem peinlich, wenn ich keine Energie und oder Zeit habe, ein Buch für einen befreundeten Autor zu lesen. Am liebsten würde ich immer alles auf einmal machen und das, was ich mir dann so vorgenommen habe, zerbricht meist an einer simplen Störung. Zum Bleistift ein unverhoffter Termin irgendwo. Ein krankes Kind, Kind zieht die Festplatte beim Schreiben raus**, ein spontaner Anfall von Burn-out, Chef will was, Katze kotzt mir auf die Tastatur. Die Probleme sind so vielseitig, wie nur sonst was. **Alles schon vorgekommen.

Die Lösung neben einem optimalen Arbeitsplatz *mehr dazu in Kürze* ist scheiße, aber einfach:

Eins nach dem anderen. (Wer hätte das gedacht)

Ich habe für mich gelernt, dass es mir viel bringt, wenn ich mir eine Liste mache, auf denen meine "To Do's" stehen, hinter die ich mir immer ein "Gönn dir" schreibe. Also ich besteche mich selbst, indem ich mir kleine Ziele setze, die mir aber schneller ein Erfolgserlebnis geben. Sowas wie: Buch von XY lesen, danach mal ein Eis essen gehen. Artikel XYZ schreiben, danach mal richtig schön in die Wanne flezen. eine Stunde mal nicht ans Projekt denken, dafür mal mit dem Kind richtig auf dem Trampolin rocken usw. Wenn ich das nicht mache, sehe ich NUR und ausschließlich die Arbeit und keinen Erfolg. Der Schlüssel dazu ist die Pause. Ohne Pause, werde ich langsamer beim arbeiten, genervt, müde und unzufrieden. Lieber lasse ich die kleinen Erfolgserlebnisse überwiegen, als die Panik, dass ich nichts schaffe. Das hat bei mir nachweislich den Effekt, dass ich solange prokrastiniere, bis ich kapituliere. Das Bartleby-Syndrom. 

In der Arbeitserklasse-Manager-Arbeitswelt sowie hier bei uns Autoren und Künstlerfreaks: Keine Sau interessiert, wenn ich nicht funktioniere. Und wenn doch, sind es die richtigen Leute, die einen auch verstehen und nicht verurteilen. Die, die es nicht tun, sind die, die dir am Arsch hängen, weil du vermeintlich erfolgreich bist. Also von daher: Chill mal. Dann dauert es eben ein bisschen länger, bis ich dazu komme, ein Buch zu lesen. Dafür bin ich aber dann bei der Sache. Alle anderen haben auch ein Leben, ein Projekt und einen Gesellschaftsknast. Am liebsten mag ich die Worte: Danke, Entschuldigung, Ehrlichkeit und Fairness. Die gelten für mich und auch für die Menschen, mit denen ich arbeiten muss und will. Hauptsache ehrlich mit sich selbst und den Anderen bleiben und sich eingestehen, wenn man Dinge einfach halt mal nicht gleich packt. 

Ich empfehle übrigens: großes Chaos vermeiden, indem man kleines Chaos gleich beseitigt. Dann kommen unvorhergesehene Zeit- und Motivationsfresser nicht so brutal. Und: Mehr Döner, Champagner und Sex. Und vielleicht ein bisschen schlafen.

Herzlichst, eure Prosa