Donnerstag, 28. September 2017

Bücher schreiben lernen - geht das? Das geht! Und zwar zum Beispiel im Schreibhain in Berlin (Teil-Fernstudium)

Vor etwa anderthalb Jahren traf ich Tanja Steinlechner vom Schreibhain das erste Mal. Wir saßen gemeinsam in einer Runde von Autorinnen und Autoren und kamen schnell ins Gespräch. Sie erzählte mir, dass sie eine Schreibschule leitet und "Schreiben" unterrichtet, was ich ziemlich cool fand. Seitdem ich Tanja kenne, habe ich bereits ein paar ihrer Schüler, einige Texte und auch den Schreibhain selbst kennengelernt und muss sagen, das ist eine ziemlich geniale Sache, weshalb ich sie gerne unterstützen möchte.

Wir alle haben andere Ansprüche an uns, unsere Texte und den Raum, den das Schreiben in unserem Leben einnimmt. Für diejenigen, die nicht wie ich am finanziellen Existenzminimum rumkrebsen und Interesse an einer richtigen Profi-Unterstützung haben, weil sie sich langfristig Erfolg beim Schreiben wünschen, ist die Ausbildung im Berliner Schreibhain eventuell eine große Chance.

Worum geht es in ein paar Sätzen?

- Start: 22.10.17

- Wo: Berlin (Stadtmitte)

- Die Ausbildung geht 19 Monate lang, jeden Monat findet ein gemeinsames Treffen im Schreibhain statt

- Kostenpunkt 240,00 bzw. 180,00 Euro im Monat

- Was springt dabei raus: professionelle Begleitung und Förderung individueller Talente, Vermittlung von Branchenwissen, Pitching vor Agenturen/Verlagen, eventuelle Übernahme und ziemlich sicher eine Menge Spaß und neue Kontakte

Wenn ihr mehr Infos möchtet, könnt ihr mir gerne eine Nachricht an Bordsteinprosa@gmx.de schreiben oder euch direkt bei Tanja melden.

Hier gibt es die Internetpräsenz des Schreibhains und die Fakten zur Ausbildung auf einer Seite:

https://schreibhain.com/alle-autorenausbildungen/berufsbegleitende-autorenausbildung/

In eigener Sache // Marketing und die Abhängigkeit vom Kunden

Diejenigen von euch, die ebenfalls im Selfpublishing veröffentlicht haben, kennen das: Wenn man selbst kein Marketing macht, tut es keiner. Mir fällt es generell schon schwer, auf fremde Menschen zu zugehen und sie anzusprechen. Wenn ich dabei noch etwas verkaufen will, erst recht. 

Vor zwei Wochen ist mein Roman Schneepoet nun endlich bei Twentysix erschienen und hat bereits ein paar umwerfende Rezensionen erhalten. 








https://www.amazon.de/Schneepoet-Nika-Sachs-ebook/dp/B075MPKMVC


Ich verfolge die Reaktionen meiner Leserinnen und Leser gespannt und bin mittlerweile davon überzeugt, dass dieses Buch wirklich eine große Leserschaft ziehen kann. Wieso? Weil es Gedankengänge freilegt, die uns allen etwas bedeuten:

Was tut mir gut? Was ist der richtige Weg, mit Problemen umzugehen? Wie weit darf ich mich gehen lassen, wenn es mir nicht gut geht? Wie behalte ich den Fokus auf das, was mich weiterbringt und erfüllt?

Viele dieser Fragen sind ein großer Teil der Generation, in die ich geboren wurde, aber auch meine älteren Leserinnen und Leser haben bereits Rückmeldung gegeben, dass sie sich sehr gut mit diesem Auf und Ab sowie dem Humor im Buch identifizieren können, obwohl die Geschichte an manchen Stellen innere Unruhe oder Ablehnung hervorruft (gewollt). 

Ich vermute, dass ich mit der Art, wie ich Probleme, Sehnsüchte und Selbstfindung literarisch angehe, ein Marktsegment bediene, das noch recht klein ist. Das ist schade, wenn ich bedenke, dass derzeit (im Mainstream) Bücher trenden, die wesentlich weniger konstruktiv und sprachlich anspruchsloser sind. Damit meine ich nicht, dass sich ein Buch sämtlicher Kunstmittel der Hochliteratur bedienen muss, sondern inhaltlich ansprechend, authentisch und gespickt mit Wortwitz sein sollte, damit man es nicht weglegt. Ich selbst mag gerne Bücher, die sich flüssig lesen und dabei noch einen flotten und kreativen, greifbaren Stil und Inhalt haben. Das habe ich selbst auch versucht. Da ich tatsächlich so denke und rede, wie ich es schreibe, hoffe ich, dass mir das geglückt ist. 

Soweit klingt das ja erst mal nach einem Erfolg für mich, was auch definitiv so ist. Und jetzt kommt das große Aber:

Dass ich im Selfpublishing bin, hatte für mich unter anderem den großen Vorteil, die Entscheidungsgewalt über meine Bücher zu haben. Jedoch fehlt mir ohne eure Hilfe die Reichweite, um davon leben zu können. Jetzt sagen bestimmt einige Leute: "Vom Schreiben zu leben ist utopisch" oder "Tja, das würde ich auch gerne ..." Zu Recht, die Buchbranche ist eine unsagbar harte und undankbare. Warum soll ich also diesen Wunsch weiterverfolgen, unbedingt von Kreativität leben zu können?

Die Begründung ist simpel:

Schreiben ist das, was mir am meisten liegt und was wie ein Zwang in mir verankert ist. In den letzten zehn Jahren bin ich in der Berufswelt fast nur angeeckt, da ich viele von der Gesellschaft geforderten Eigenschaften für ein Standardberufsleben einfach nicht habe. Ich bin nach unzähligen Versuchen bis hin zur drohenden Selbstaufgabe im Zombiemodus zu dem Entschluss gekommen, dass ich das nicht ändern kann und mich selbst verrate, wenn ich im erlernten Beruf bleibe. Am Ende war ich so unglücklich darüber, nicht meinen Platz in dieser Arbeitswelt zu finden, dass ich körperlich und seelisch krank wurde. Um das für die Zukunft zu verhindern, habe ich mich zu einer zweiten Ausbildung entschlossen (Sprache und Studium). Allerdings kostet sie Geld, ist aber mein einziger Lichtfleck, die nächsten dreißig Jahre produktiv zu einer funktionierenden Gesellschaft beizutragen.

Um mir das zu ermöglichen, muss ich nebenbei arbeiten, wie die Meisten von uns. Mit Kind, einem Kernkraftwerk im kreativen Zentrum meines Hirns und Soziophobie ist das allerdings super schwer. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass ich genauso viele Tage brauche, mich von der gespielten Integration im erlernten Job zu erholen, die ich die Woche in der "Normalowelt" arbeite. Und das hat nichts mit Ablehnung der Anderswelt meinerseits zu tun, ich verstehe sie einfach nicht gut und bleibe konstant unsicher, das brennt mich aus. In dieser Zeit bin ich kreativ unfähig, weil ich erschöpft bin und komme nicht voran. Ein Teufelskreis also.

Mittlerweile bin ich Dank der Unterstützung einiger netter Menschen schon so weit, dass ich es schaffe, in Buchläden zu gehen, und zu fragen, ob mein Buch dort in die Auslage kommen könnte. Das kostet mich dennoch wahnsinnig viel Energie und ich kann natürlich nicht in ganz Deutschland umherfahren, um mich zu bewerben. Deshalb wäre ich euch dankbar, wenn ihr mich bei meinem Vorhaben unterstützen könntet.

Meine konkrete Bitte:

- Wenn euch mein Buch gefallen hat, empfehlt es weiter

- Schreibt mir eine Rezension bei Amazon etc.

- Fragt euren lokalen Buchdealer, ob er Interesse an meinem Buch hat

- Redet über mein Buch und die wichtigen Themen darin

- Lasst mein Buch rumreisen, fotografiert euch damit, wenn ihr es dabei habt und verlinkt mich auf Twitter #Bordsteinprosa #NikaSachs (Stadt, Urlaub, Buchhandlung, Bahn etc.)

- Fragt, ob ihr Flyer oder Poster für mich verteilen oder aufhängen dürft, das Material kann ich euch schicken

- Bestellt mein Buch im stationären Handel, damit es den Händlern auf dem Radar ist

- Wenn ihr Beziehungen zu Presse / Blogs / Buchhandlungen habt: Ich gebe prinzipiell Interviews, halte Lesungen und bin zu Diskussionen über die Themen im Buch bereit, auch wenn es mir schwer fällt, in der Öffentlichkeit zu stehen. Ich möchte lernen, sicherer zu werden, weil es mir sehr am Herzen liegt, anderen Menschen mit sozial/neurosdivers gelagerten Problemen ein Vorbild zu sein, aus dem etwas machen zu können, was einem liegt.

Zur Buchmesse wird es auch eine lustig-schräge Lesechallenge geben, bei der wir ein Video drehen. Seid gespannt! Sobald es online ist, würde ich mich sehr freuen, wenn ihr es fleißig teilt.


Vielen Dank fürs Lesen und teilen,

eure Nika

Samstag, 9. September 2017

Bucherscheinung Schneepoet am 07.09.2017

Aus und vorbei, drei Jahre Arbeit liegen jetzt hinter mir und Lukas, aus dessen Leben ich in Tagebuchform auf 268 Seiten berichte. Dieses Buch zu veröffentlichen lag mir so sehr am Herzen, wie kein anderes kreatives Projekt je zuvor. Das Thema wird mit Sicherheit viele Diskussionen eröffnen, erregen, faszinieren oder auch abstoßen. Mir ist wichtig, dass ihr darüber redet, euch fragt, wie wir Menschen mit unserem (Seelen-)Leben umgehen sollen, damit wir uns selbst nicht verlieren.

Einige Geschichten in diesem Buch sind an wahre Begebenheiten angelehnt, die in den letzten Jahren mein Leben in irgendeiner Art tangiert haben. Ich fand es wichtig, für mich selbst, als Autorin und Leiterin der Geschichte, zu erörtern, welchen Standpunkt ich beziehe; was ich in meinem Leben als erstrebenswert oder unerträglich befinde. Deshalb habe ich mich auch dazu entschieden, mit den Themen Gewalt, Sex und Depressionen verbal und emotional in literarischer Form immer offen umzugehen. Sie werden meiner Meinung nach noch immer zu sehr tabuisiert und es fehlt an Aufklärung, die vielen Menschen helfen könnte, besser zurecht zu kommen.Wem das eventuell zu nah geht, kann sich hier mein Vorwort durchlesen und entscheiden, ob er oder sie das Buch lesen möchte:

Zu diesem Buch

Dies ist das erste von zwei Tagebüchern, die Lukas schreibt, um
die Trennung von seiner Freundin Inga zu verarbeiten und mit
seinem Familiengeheimnis aufzuräumen.
Die Personen in diesem Buch sind fiktiv. Ich möchte klarstellen,
dass ich sowohl seelischen als auch körperlichen Missbrauch,
Drogenkonsum und selbstverletzende Handlungsweisen kritisch
sehe. Jeder dieser Punkte kommt in expliziter Form in diesem
Buch vor. Ein gesunder Umgang mit Körper, Geist und unseren
Mitmenschen ist mir ein wichtiges Anliegen und kann nur aus
selbstreflektiertem Denken und Aufklärung entstehen. Darum
bitte ich meine Leser, sich bewusst und sorgsam mit diesem und
anderen Texten auseinanderzusetzen, die Sexualität, psychische
Störungen und strafbare Handlungen thematisieren.

Obwohl es in Schneepoet viel um erste Themen geht, habe ich mich bemüht, die Charaktere und ihre Sprache so authentisch und humorvoll wie möglich zu gestalten. Eine gute Geschichte funktioniert für mich dann, wenn sie nicht nur thematisch, sondern auch emotional in sich stimmig ist und viel Raum zum analysieren bietet. Über die Kommentarbox hier, Twitter und E-Mail beantworte ich auch gerne Fragen, falls ihr euch beim Lesen welche stellt. Außerdem würde ich gerne wissen, welcher Tagebucheintrag euer liebster ist und wieso.

Natürlich hoffe ich, dass euch die Geschichte mitreißt und ihr wissen wollt, wie sie weitergeht. Eins sei dazu vorab gesagt: es gibt insgesamt vier Teile, von denen drei bereits abgeschlossen sind und der vierte fast. Um euch die Wartezeit bis zum zweiten Teil von Lukas' Tagebüchern im Februar zu verkürzen, erscheint Anfang Dezember ein Prequel aus Ingas Sicht, das zu Beginn der Nullerjahre spielt.

Eine Bitte noch: 

Es wäre schön, wenn ihr mir eine Rezension schreibt, wenn ihr das Buch ausgelesen habt und es anderen empfehlt, wenn es euch gefallen hat. Da ich alleine für mein Marketing verantwortlich bin, fände ich es auch super, wenn ihr das Buch über den stationären Buchhändler (Buchdealer eures Vertrauens) bestellt, damit ich die Chance darauf habe, auch in der Auslage vor Ort zu landen und Spontankäufer zu erreichen. Sichtbarkeit und direkte Werbung sind für mich extrem wichtig, denn den Markt für dieses Buch muss ich mir erst erschaffen.

Vielen Dank und viel Spaß beim Lesen,

Nika






Schneepoet, erschienen bei TWENTYSIX
ISBN 978-3740731649

eBook folgt bald